Die Industrie braucht Techniker mit Ideenreichtum - Juventus Technikerschule HF

Die Industrie braucht Techniker mit Ideenreichtum

Bild Ausstellung Diplomarbeiten Juventus Technikerschule HF Zürich

Am 3. September 2015 stellten unsere Studenten im Rahmen der Diplomarbeitsausstellung ihre Abschlussarbeiten der Öffentlichkeit vor. Auch dieses Jahr wurden viele interessante Arbeiten mit sehr grossem Praxisbezug präsentiert.
Zwei Werke aus den Disziplinen HF Energietechnik und HF Maschinenbau möchten wir hier gerne etwas genauer beleuchten:

Smart-Metering
In Oezcan Vurals (HF Energietechnik) Diplomarbeit geht es um die Optimierung und die Weiterentwicklung einer bestehenden Lösung für das Erfassen von Messdaten des Elektrizitätswerkes der Stadt Zürich (EWZ). In diesem Zusammenhang entwickelte er für das EWZ einen technischen Prototyp einer neuen Generation von Energiesäule, welche zum Beispiel im öffentlichen Verkehr an Ampeln, Billettautomaten oder Radargeräten zum Einsatz kommt. Oezcan Vural setzte bei seiner Lösung auf den Trend des Smart-Meterings, eines intelligenten Zählers, der die erhobenen Daten zukünftig automatisch und per Fernauslesung laufend an das EWZ übertragen soll.

Das bringt eine enorme Zeitersparnis, denn die Energiesäulen wurden bisher von rund einem Dutzend Serviceleuten betreut, welche sich vor Ort respektive in der Nähe (höchstens 400 Meter entfernt) einer Säule befinden mussten, um die Daten abzulesen. Die Neuentwicklung wurde zudem mit einem Störmelder ausgestattet, was eine ständige Überwachung der Anlage erlaubt und das Fernwarten ermöglicht.

Ganz begeistert vom Ergebnis war auch der anwesende Herr Ueli Bürgi (l), Leiter Technik und Sicherheit bei der EWZ: «Es ist durchaus erstaunlich, wie weit Herr Vural in dieser kurzen Zeit gekommen ist. Wir sind sehr zufrieden, anfänglich hätten wir nie mit einem so hohen Detaillierungsgrad und einer so ausgezeichneten Lösung gerechnet. Mit diesem Prototyp haben wir nun ein mit dem Endprodukt weitgehend identisches Versuchsmodell, mit dem wir weitere Tests durchführen wollen, bevor es in Serie geht.» Oezcan Vural wendete 380 Stunden für dieses Projekt auf, ein Aufwand, der sich lohnte, schloss er doch als Klassenbester mit einer Note von 5,5 sein Studium ab.
Ueli Bürgi und Oezcan Vural

Faktor-10-Zeitersparnis
Ein weiteres interessantes Projekt stellte Maic Widmer vor. Der Maschinenbauer entwickelte für die Firma Kistler, für die er bereits während des Studiums als externer Mitarbeiter arbeitete, einen Arbeitsplatz für die Konfektionierung eines MI-Kabels. Der fertige Arbeitsplatz beinhaltet fünf Module der verschiedenen Arbeitsschritte für die Vorbereitung eines Kabels zur Anbindung an einen Sensor und einen Stecker. Ein Kabel, das an einem Hochdruck-Temperatursensor zur Anwendung kommt. Genaueres durfte der junge Techniker HF aber noch nicht verraten, da es sich um eine Neuentwicklung handelt und sich das Produkt kurz vor dem Launch befindet. Die Firma Kistler jedenfalls ist begeistert von der serientauglichen Lösung, die ihr bei diesem Prozessschritt eine Zeitersparnis um das 10-Fache bringt. Maic Widmer investierte rund 500 Stunden für dieses Projekt und schloss damit als Bester seines Jahrgangs mit der Note 5,8 ab.
Maic Widmer

Die Bilder von der Diplomfeier sowie der Ausstellung der Diplomarbeiten 2015 der Juventus Technikerschule HF Zürich sind online.

Wir gratulieren allen Absolventen zu ihrem Abschluss und wünschen ihnen alles Gute auf ihrem weiteren Weg.