«Die Zukunft eben!» - Juventus Technikerschule HF

«Die Zukunft eben!»

Bild Peter Bertsch Juventus Technikerschule HF Zürich

Beim Plaudern mit Peter Bertsch im Zimmer O1.12 an der Lagerstrasse bleiben Stift und Papier schier unbeachtet auf dem Tisch liegen. Zu spannend sind die Geschichten, die sein Leben und seine Arbeit geprägt haben. Er erlebte nicht nur revolutionäre technische und schulische Veränderungen, sondern gestaltete diese als Dozent für Technische Mechanik an der Juventus Technikerschule HF Zürich auch gleich mit. Das wird deutlich, als er sich an alte Zeiten erinnert. Nicht im Sinne, jene seien besser gewesen sondern vielmehr, dass ein steter Wandel unabdingbar zum Leben dazugehört.

Obwohl die Zeiten, in denen die Studierenden noch ohne den – heute nicht mehr aus dem Unterricht wegzudenkenden – Taschenrechner Wurzeln ziehen konnten, schon ihr Gutes hatten. Dass dies heute nicht einmal mehr alle Dozierenden können, stört Peter Bertsch aber nicht im Geringsten. Auch das Verhältnis zwischen Dozierenden und Studierenden hat sich während seiner 72 Semester an der Technikerschule stark geändert. War damals noch das respektvolle «Sie» an der Tagesordnung, ist heute häufig ein «Du» in den Schulzimmern zu hören. Gestört habe ihn dies nie, meint Peter Bertsch, «obwohl, sie hatte schon was für sich, diese respektvolle Distanz».

Als wir im Gespräch bei den Reissbrettern und von Tusche verschmierten Händen angelangt sind, lehnt sich Peter Bertsch zurück und schmunzelt: «Das kann sich heute kaum noch einer vorstellen!» Doch sogleich kehrt er in die Gegenwart zurück und erzählt mit Begeisterung von der Neugierde und der Lust am Lernen der heutigen Zeit. Wie die jungen Leute bei Diplomarbeiten ans Werk gehen und kreativ nach innovativen Lösungen suchen, sei sehr beeindruckend und stimme ihn optimistisch. Einfach haben sie es dabei gewiss nicht, denn die Technik sei immens komplex geworden. Auch die Werkzeuge für Koordination, Kommunikation und Qualitätskontrolle stehen heute in nie da gewesener Vielfalt zur Verfügung. Wie das wohl in fünfzig Jahren aussieht? Vielleicht ist der Lern- oder Arbeitsplatz dann wirklich grösstenteils mobil und auch bei jedem zu Hause. Die Technik würde dies zwar schon heute ermöglichen, nur mit der Arbeitsdisziplin hapere es hie und da noch ein wenig. «Das bekommen wir aber bestimmt auch noch hin!», meint Peter Bertsch.

Blickt er in die Zukunft, funkeln seine Augen. Da möchten wir natürlich gerne wissen, was er denn am liebsten tut. Auch das verrät er uns: Um sich fit zu halten, fährt er am liebsten Rad oder joggt, besonders gut gefällt es ihm im Puschlav und im Salzkammergut. Er hört regelmässig SRF1 und SRF3, und beim Fernsehen bevorzugt er die Schweizer sowie österreichischen öffentlich-rechtlichen Sender. Am besten gefällt ihm Unterhaltungsmusik und zuoberst auf seiner Bücherliste steht Über die Entstehung der Arten von Charles Darwin. Zudem ist er der tiefen Überzeugung, dass das Handwerk wieder der Stolz der Schweizer Wirtschaft werden wird.

Wen wundert’s: Beim Fototermin wählt er als Hintergrund spontan die neuen Gebäude der Europaallee. Die Zukunft eben!