Freitag der Dreizehnte! - Juventus Technikerschule HF

Freitag der Dreizehnte!

Für einmal machten sich bestimmt beim einen oder andern Hard-Core-Anti-Abergläubigen leise Zweifel breit, ob vielleicht doch etwas dran ist am «Freitag dem 13.». Aberglaube hin oder her, nach der Pressekonferenz des Bundesrates am Nachmittag war klar: Kaum ein Freitag der 13. hat in der jüngsten Geschichte derart an Bedeutung erlangt, wie der 13. März 2020. Keine Versammlungen mehr von grossen Gruppen, nur noch maximal 50 Personen in Restaurants und vor allem: Alle Schulen dürfen bis zum 4. April keinen Präsenzunterricht mehr durchführen! Und jetzt? Diese Frage haben sich wahrscheinlich sehr viele Personen aus dem Bildungsbereich an jenem Nachmittag gestellt.

Die schlimmsten Befürchtungen waren nun also Tatsache. Wie vielen andern Schulen bleib auch der Juventus Technikerschule HF nur eins: Pandemiepläne umsetzen, Studierende und Lehrpersonen über die nächsten Schritte informieren und hoffen, dass alles funktionieren möge, so wie geplant und getestet. Zeit blieb praktisch keine, denn bereits am Tag darauf um 8.15 Uhr ging der Unterricht weiter. Nur eben, nicht mehr an der Lagerstrasse sondern über MS Teams von zuhause aus.  

Nur zwei Wochen später konnten wir dann aber einigermassen beruhigt auf die erste Phase des Fernunterrichts zurückblicken. Inzwischen hatten praktisch alle Lehrperson mindestens eine Sequenz im Fernunterricht durchgeführt und dies ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Die Planung und die Tests im Vorfeld hatten bestimmt ihren Anteil an der beinahe reibungslosen Umstellung. Im Wesentlichen aber waren es das persönliche Engagement und die Kreativität jedes Einzelnen, die namentlich zu diesem Erfolg beitrugen.

Es war allen klar, obwohl eine Lektion Fernunterricht niemals einen Präsenzunterricht ersetzt, der Schulbetreib konnte aufrechterhalten werden, wenn auch mit dem einen oder andern Abstrich. Das begonnene Semester konnte damit ordnungsgemäss zu Ende geführt werden und Repetitionen aufgrund der Corona-Krise waren vom Tisch. Eine grosse Erleichterung für alle!

Heute nach 8 Wochen Fernunterricht fällt die Bilanz nach wie vor sehr positiv aus. Wir mussten zwar, wie viele andere Schulen, Abstriche in Kauf nehmen. Überrascht haben uns aber die vielen positiven Rückmeldungen von Studierenden und Lehrpersonen. Wir können an dieser Stelle unmöglich alle veröffentlichen, der Auszug soll aber zumindest einen kleinen Einblick geben.

» … Nach nunmehr drei Blöcken Fernunterricht ist mir klar, diese Form kann den Präsenzunterricht keinesfalls ersetzen. Es ist aber sehr viel möglich, viel mehr als ich mir vor zwei Wochen noch hatte vorstellen können. Mit einigen Umstellungen und Anpassungen in der Unterrichtsform kann ich mit guten Gewissen sagen, wir kommen gut durchs Programm und ich bin zuversichtlich, das Semester mit den geforderten Inhalten beenden zu können. Die direkte Zusammenarbeit mit den Studierenden und die vielen nonverbalen Feedbacks aus der Klasse fehlen mir oft sehr. Deshalb freue ich mich jetzt schon auf die Nach-Covid-19-Zeit … «

: » … Seit nun zwei Wochen findet unser Unterricht, leider zwangsweise, per Fernstudium über Microsoft Teams statt. Anfangs konnte ich mir darunter ehrlich gesagt nicht viel vorstellen. Ich muss jedoch sagen, dass ich mehr als positiv überrascht bin. Die Gestaltung der Lesungen, sowie die technischen Vorteile sind enorm. Durch die Möglichkeit, die Lesung oder den Unterricht aufzeichnen zu können, ergeben sich komplett neue Repetitionsmöglichkeiten. Mir persönlich hat dies sehr geholfen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dies auch nach der momentanen Corona-Krise durchaus grossen Anklang finden könnte …«

» … Für mich persönlich ist dies eine super Unterrichtsform. Man hat seine Ruhe, kann sich zu Hause am Arbeitstisch einrichten und alles bereitlegen, um dem Unterricht zu folgen. Auch die Art und Weise wie wir den Unterricht letzten Donnerstag durchgeführt haben (Theorie und Aufgaben individuell lösen) hat für mich bestens gepasst … «

So hat eine Krise neben aller Tragik auch ihre positiven Seiten und es ist erstaunlich, welches Kreativpotential sich in solchen Zeiten entfaltet. Und Hand aufs Herz: Vor drei Monaten hätte kaum jemand geglaubt, dass eine derartige Umstellung in so kurzer Zeit überhaupt möglich ist. Wir werden nach der Covid-19 Zeit mit Sicherheit keine Fernschule werden. Wir werden diese Zeit aber Revue passieren lassen und genau hinschauen, was sich in die Nach-Covid-19 Zeit mitzunehmen lohnt. Nun freuen wir uns aber auf die Öffnung des Schulbetriebes am 8 Juni und die Bereicherung der persönlichen Begegnungen im Unterricht an der Lagerstrasse.