Haben Sie auch schon Hardware heruntergeladen? - Juventus Technikerschule HF

Haben Sie auch schon Hardware heruntergeladen?

Sie haben sich nicht verlesen. Ja: Hardware! Genauso wie der Download von Software in Form von Musik, Bildern, Texten oder Programmen lange Zeit als unvorstellbar galt, haben „Ungläubige“ wiederum einen Anlass, die nächste technische Innovation anzuzweifeln: den Download von Hardware.

Werden wir dereinst den neuen Küchenmixer vom Netz herunterladen oder das neue Smartphone oder die energieeffizienten Schonprogramme der Waschmaschine? Genauso, wie wir es heute mit dem Windows-Update oder dem neuen Album von Pearl Jam machen? Abgesehen von den zahlreichen Möglichkeiten, die uns 3D-Drucker bieten, scheint der Download von Hardware derzeit eher noch utopisch. Aber: auch 3D-Drucker waren vor gar nicht allzu langer Zeit noch eine Utopie!

Beispiel Digitalkamera: Hardware-Download ist bereits Realität
Im Bereich der Elektronik ist der Download von Hardware bereits seit einigen Jahren Realität. Ein Beispiel: Allein in der Schweiz existieren rund 2 Millionen digitale Kameras (ohne Berücksichtigung der in Smartphones und Tablets eingebauten Kameras). Vor allem die Auflösung und die Bildverarbeitung werden fortlaufend verbessert und optimiert. Meistens holt man sich solche Features und all die zusätzlichen Kamerafunktionen über sogenannte Firmware-Upgrades, welche bequem von zuhause aus über das Internet in die Kamera geladen werden.
Auf den ersten Blick scheint da kein grosser Unterschied zum Software-Update des Buchhaltungsprogramms oder des Programms zum Ausfüllen der Steuererklärung zu bestehen. Doch bei genauerer Betrachtung wird mit einem Firmware-Upgrade der Kamera weit mehr als nur Software heruntergeladen. Meistens wird bei derartigen Vorgängen auch die Schaltungslogik der bildverarbeitenden Hardwaremodule der Kamera angepasst oder gar grundsätzlich neu aufgebaut, und zwar in einer Weise, wie es bislang nur mit dem Kauf des Nachfolgeproduktes möglich gewesen wäre.
Ob eine Kamera nun acht oder nur zwei Bilder pro Sekunde macht und ob sie in der Lage ist, Full-HD Videos aufzuzeichnen oder nicht, hängt längst nicht mehr nur von der schnelleren Verschlussmechanik ab, sondern genauso von der Anzahl der bildverarbeitenden Prozessoren. Und die können heute als sogenannte Softcores mit dem Firmware-Update heruntergeladen und installiert werden. Das Herunterladen von Hardware ist also längst in unserem Alltag angekommen.