Stempelpolieranlage - Juventus Technikerschule HF

Stempelpolieranlage

Weshalb die Politur eines Stempels so entscheidend ist und warum die Firma Halter AG in Hombrechtikon eine eigene Stempelpolieranlage baut, lesen Sie hier.

Stanzen ist nicht nur ein sehr bewährtes Verfahren zur Serienfertigung von Metallteilen, sondern auch ein sehr beliebtes, können doch binnen weniger Minuten hunderte von präzisen Teilen hergestellt werden. Jeder von uns kennt solche gestanzten Teile bereits seit seiner Kindheit. Münzen beispielsweise werden seit jeher gestanzt und anschliessend geprägt.

Sucht man nach Nachteilen dieses Verfahrens, fallen bald einmal die teilweisen sehr hohen Kosten zur Fertigung von Stanzwerkzeugen auf, und sie sind letztlich der Grund, weshalb sich dieses Verfahren einzig für die Massenproduktion lohnt. Mit anderen Worten: Je mehr Teile mit demselben Stanzwerkzeug hergestellt werden können, umso günstiger wird das einzelne Teil.

Das Material und vor allem die Oberflächenbeschaffenheit des Stempels – jener Teil des Werkzeugs, der die Form aus dem Rohling schneidet – spielen eine ganz entscheidende Rolle. Um die Einsatzzeit erheblich zu steigern, werden solche Stempel sozusagen auf Hochglanz poliert. Dazu wurden eigens spezielle Maschinen, sogenannte Stream-Finish-Anlagen, entwickelt. Sie verpassen den hochpräzisen Stempeln der Stanzwerkzeuge den letzten Schliff und sind dementsprechend teuer in der Anschaffung. Oft zu kostspielig für kleine oder mittlere Unternehmen.

Dominik Hügli hat deshalb im Auftrag von der Firma Halter AG in Hombrechtikon – ein Kleinunternehmen im Bereich Stanzwerkzeugbau – eine Stempelpolieranlage entwickelt, die zwar das «Stream Finishing»-Verfahren nutzt, aber dank Eigenbau wesentlich kostengünstiger ist.

Was in den Monaten zwischen September 2018 und Januar 2019 entstand, ist mehr als beachtlich. Dominik Hügli hat eine komplette Stempelpolieranlage entwickelt, die optimal für den Einsatz in kleinen und mittleren Betrieben konzipiert ist und in der Anschaffung weniger als die Hälfte der handelsüblichen Anlagen kostet. Anhand seiner Konstruktionszeichnungen wird diese Maschine nun bei Halter AG in Hombrechtikon gebaut und schon bald werden dort Schneid-, Biege- und Prägestempel ihren letzten entscheidenden Feinschliff erhalten.

Die zündende Idee von der Firma Halter AG, ein professionelles Engineering im Vorfeld mit umfassenden und fundierten Abklärungen, kreative und innovative Lösungsansätze, aber auch viel Engagement und Herzblut von Dominik Hügli sowie die langjährige Erfahrung des Studiengangleiters Maschinenbau der Juventus Technikerschule HF, der die Arbeit als Coach betreute, sind letztlich der Nährboden, auf dem dieses Werk entstand.

Ein Nährboden, wie ihn nur das duale Bildungssystem – ein Markenzeichen der Schweiz – liefern kann.