TechLunch 2018 Review - Juventus Technikerschule HF

TechLunch 2018 Review

„Ein Blick des Lehrers ist heute immer noch mehr wert, als 1000 Klicks“, so Beat W. Zemp, Präsident LCH, anlässlich des 2. Juventus TechLunch.

Bereits heute sind Robotik und Digitalisierung fester Bestandteil unserer Schulen. Aber: „Ein Blick des Lehrers ist heute immer noch mehr wert, als 1000 Klicks“, so Beat W. Zemp, Präsident Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH). „Wir sind soziale Wesen und Lernen ist ohne menschliche Beziehung nicht möglich“, so Matthias Rüegg, Direktor der Juventus Schulen anlässlich des 2. Juventus TechLunch.

Experten aus Bildung, Forschung und Wirtschaft haben am zweiten TechLunch der Juventus Technikerschule HF, der von Markus Schmid, Redaktor der „Technische Rundschau“ mode-riert worden ist, intensiv miteinander diskutiert. Thema waren die Chancen und Risiken, welche die rasante Entwicklung der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz in die Bildungsland-schaft bringen. Die Struktur der Schule verändert sich massiv, reale Lehr- und Lernbeziehun-gen bleiben für den schulischen Erfolg der Lernenden weiter essentiell.

Robotik und Digitalisierung machen auch vor den Schulen nicht Halt und haben über Google-Dienste längst Einzug gehalten in den Klassenzimmern. „Wo im Schulalltag repetitive Aufga-ben oder Prüfungsauswertungen anfallen, ist Automatisation sinnvoll und gefordert“, unter-streicht Dipl. Ing. HTL Peter Jost, Schulleiter der Juventus Technikerschule HF. Es sind dies schleichende Prozesse in der Gesellschaft, die innovative oder disruptive Wirkungen zeigen. Sie haben ihren direkten Einfluss auf den LP21 und seine neuen Orientierungen. Diese ist kompetenzorientiert und soll auf einen Arbeitsalltag vorbereiten, der heute noch unbekannt ist. Im Unterricht finden schon heute Aufgabenverschiebungen statt, bei dem individualisiertes Lernen und Wertevermittlung hinsichtlich der Informationsquellen an neuer Qualität gewinnen. Natürliche und künstliche Intelligenz sind verschiedene Kategorien, die in ihrer Natur nie kon-gruent sind, sondern ergänzend wirken.

Das kritische und geschulte „Denken“ hinter der automatisierbaren Routine bleibt, so Prof. Roland Siegwart von der ETH Zürich, eine zentrale Grösse, die vom Menschen in Zukunft noch vermehrt geleistet werden muss. „KI macht Maschinen intelligenter, „augmented reality“ macht den Menschen intelligenter“, unterstreicht Petra Ehmann von Google Schweiz, für die „nach vorne denken“ in der Technikentwicklung wegweisend ist.

Menschen unterscheiden sich in ihrer kreativen Denkleistung wesentlich von der Maschine, die nur mit Geschwindigkeit bei der Datenverarbeitung punktet. Der Mensch als soziales We-sen lernt besonders effizient in der kooperativen Gruppe und ist anfällig auf emotionale Stim-mungsübertragung, die seine Motivation in der Begegnung steuert.

Ohne Motivation und Begeisterungsfähigkeit ist Schule auch in Zukunft nicht denkbar. Sie ist ein komplexes System, wo sich Lehrende und Lernende in pädagogischen Beziehungen und mit gemeinsamem Ziel begegnen. Empathie, Geborgenheit und emotionale Intelligenz prägen alle zwischenmenschlichen Begegnungen, die den gesamten Bildungsbereich einschliessen und zu schulischen Erfolgen führen. „Wie sollte ein Roboter auf einen verhaltensauffälligen Schüler eingehen können?“, fragt Beat W. Zemp, Präsident Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH, im Zusammenhang des individualisierten Lernens. „Der Blick einer Lehrperson mit natürlicher und fachlicher Autorität ist und bleibt mehr wert als 1000 Klicks“. Auch im Lernumfeld gilt, so Beat W. Zemp, das die didaktische „Biodiversität“ in der Bildung nicht blind einer automatisierenden Standardisierung geopfert werden sollte.